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Yasmin
Levy
Mano Suave
(World Village/Harmonia Mundi)
Dass ihre Heimatstadt in
den Medien meist nur im Gewalt-Kontext erscheint, erfüllt sie
mit unsäglicher Trauer. Ihr Anliegen ist es, das multikulturelle
Jerusalem, eines des friedlichen Miteinanders von Muslimen und Juden
zu zeigen. Der beste Beweis, dass dies Jahrhunderte lang funktioniert
hat, ist ihr sephardisches Musikerbe. Mit Musikern von Paraguay bis
Persien hebt sie es auf ihrem dritten Album auf eine ganz neue Stufe.
Vom Flamenco-Ausflug des Vorgängerwerks zurückgekehrt, hat
sie damit ihre wahre Berufung gefunden. Und dies mit einer Altstimme,
die - leidenschaftlich, eruptiv-vibrierend und verletzlich zugleich
- einfach direkt unter die Haut geht.
In der Textur gibt es wahre Überraschungen: eine Harfe, eine
pontische Leier, Flamencogitarre, beduinische und katalanische Einflüsse
weisen ins globale Heute Leichten Herzens interpretiert sie Wiegen-
und Kindernecklieder, duettiert mit ihrer Seelenverwandten Natacha
Atlas als „klitzekleiner Beitrag“ zur muslimisch-jüdischen
Versöhnung, besingt starke Frauengestalten und mit abgrundtiefer
Melancholie das Schlachtfeld der Liebe. Am bewegendsten vielleicht
die Vertonung eines biblischen Psalms, in dem der Perser Amir Shahsar
den männlichen Kontrapunkt übernimmt.
review: Stefan Franzen
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