Terezinha Araújo
Nôs Riqueza (Malagueta Music / Note 1)
Die Gruppe Simentera, zu deutsch Saat, scheint tatsächlich ein reicher Nährboden für neue kapverdische Töne zu sein. Während sich unter dem Mastermind Mário Lúcio Souza die Band auf innovativen Pfaden bewegt, spalten sich neuerdings aus ihren Reihen auch Soloprojekte ab. Nach Tété Alhinho ist Terezinha Araújo die zweite unter Simenteras Sängerinnen, die jetzt mit einem Album unter eigenem Namen hervortritt. Die im guineischen Exil Geborene wurde als Jugendliche von Miriam Makeba entdeckt und gefördert, tourte schon früh bis nach Moskau, engagierte sich für die Emanzipation von Portugal und für die Bildung auf ihren Heimatinseln.
Nôs Riqueza lebt von der feinfühlig-mädchenhaften, jedoch sehr direkten und ungekünstelten Vokalkraft Terezinhas, die von Liebe genauso erzählt wie vom Befreiungskampf der kolonialisierten Länder Afrikas. Farben anderer lusophonen Gefilde finden Eingang, so das ganz reizende und leichtfüßig tänzelnde Tia Xica Caióió mit angolanischem Touch. Araújos Debüt überzeugt aber auch durch Finessen im Arrangement. In den ruhigen Mornas gruppiert sich zum Piano und zur Gitarre auch schon mal eine Kora, und immer wieder platziert die Perkussion-Abteilung inklusive Balafon lebendige Akzente, wie sie bis vor kurzem noch in der Musik Cabo Verdes gar nicht selbstverständlich waren.
review: Stefan Franzen
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