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Telmo
Pires / Maria Baptist
Sinal
(Monopol/DA Music)
Nach der portugiesischen
Nelkenrevolution 1974 ging Telmo Pires’ Familie nach Deutschland.
Hier ließ er sich zum Schauspieler und Sänger ausbilden.
Ein erstes Soloalbum erschien in den 1990ern, damals interpretierte
er hauptsächlich französische Chansons und spanischen Flamenco.
Im Zuge der Popularisierung des Fado entdeckte der Sänger sein
Herz für die Saudade, den Lied gewordenen Weltschmerz, den Blues
der Portugiesen. Pires’ viertes Album, auf dem er überwiegend
eigene Lieder singt, dokumentiert das Zusammentreffen mit der Berliner
Pianistin Maria Baptist.
Während sich der Sängerin den elf Stücken auf eine
meist authentische, kraftvoll leidenschaftliche oder melancholisch
fragile Vortragsweise konzentriert, beschränkt sich die Pianistin
durchaus nicht auf pure Begleiterfunktion. Baptist kommt es mehr auf
das Aufbrechen gewohnter Ausdrucksformen an, darum lässt sie
häufig jazzige und kammermusikalische Noten in ihr immer intensives
Spiel einfließen, das manchmal an Keith Jarrett erinnert. Hier
haben sich zwei Künstler gefunden, die kreativ und gefühlvoll
Traditionelles handhaben, um im Zusammenklang mit eigenen Ideen wunderbare
Harmonien entstehen zu lassen.
review: Olaf Maikopf
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