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Peyoti
For President
Rising
Tide Of Conformity
(Sordid Soup Records/Rough Trade)
Wenn jemand im Kontext mit
Manu Chao angekündigt wird, sollte man mittlerweile Vorsicht
walten lassen. Schließlich haben die Heckwellen des Mestizo-Hypes
einen Haufen mediokrer Brüll-Bands hinterlassen. Doch bei Pietro
DiMascio, der sich Peyoti nennt, kann man getrost die Ohren aufsperren
- vom globalisierten Einerlei führt er uns mit fast zwanzig Sidemen
und -women zu einigen alten Tugenden politisch engagierten, multikulturellen
Musizierens zurück. Stets ist seine hyperventilierende Gitarre
und sein staccatoartig gehämmerter Gesang mit London-Akzent im
Fokus, darunter klopft Ulisses Bezerra da Silva, Sohn der größten
Gaunersamba-Legende Rios feurige Handperkussion.
Sparsam sind Scratch- und Electro-Effekte eingepuzzelt, erweitert
werden die Farben durch sanften Frauenchor, eine derwischende Geige
und eine arabische Flöte, die sich mit Auszügen aus einer
Bush-Rede duelliert. Richtig spannend sind dann auch die Texte des
urbanen Troubadours: Da werden die Pervertierung der Demokratie zu
Jorge Bens „Mas Que Nada“-Loop offenbart, die Gehirnwäsche
der Medien angeprangert, und dumme Würdenträger mit Megaphon
und Akustikreggae bekämpft. Lange war Agitation mittels Worldmusic
nicht mehr so packend!
review: Stefan Franzen
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