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Paquito
D'Rivera Quintet & Trio Clarone
JaZZ-ClaZZ
(Timba/edel)
Paquito D’Rivera,
Latinjazz-Bläser der Extraklasse und Grenzgänger par excellence
ist ein neues stilübergreifendes Wagnis eingegangen. Mit Sabine
Meyer, einer der gerühmtesten Klassik-Klarinettistinnen der Welt
und ihrem Trio Clarone hat sich der Kubaner eingelassen und tatsächlich
ein verblüffendes, interkontinentales Meisterwerk geschaffen.
Die geglückte Hochzeit hat viele Facetten: In D’Riveras
Kompositionen „Afro“ und „Dizzyness“ swingt
eine vierfache Klarinettenschar in dichter und espritgeladener Textur,
wogegen mit dem „Contradanza“ und „Vals Venezolano“
das deutsch-kubanische Duo in ein Arrangement eingebettet ist, das
die Salonmusik der Kolonialzeit aufleben lässt.
Dieses Grenzland zwischen frühem Jazz und kolonialer Epoche betritt
er auch mit dem Posaunisten Diego Urcola und Bandoneonvirtuose Hector
del Curto in „Oblivion“ aus der Feder von Astor Piazzolla,
dem eine epische, etwas spröde Suite gewidmet ist. Die übrigen
Stücke kommen D’Rivera und seiner JaZZClaZZ-Bigband zu:
Da lodert Salsa-Feuer im Wechsel mit komplexen Latin-Fusion-Setting,
und augenzwinkernd wird in „Borat In Syracuse“ ein balkanesker
Zwischenton angeschlagen. Und der rasante Choro-Klassiker „Brasileirinho“
fügt sich als Finale nahtlos in dieses zeitlose Repertoire lateinamerikanischer
Farben ein.
review: Stefan Franzen
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