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Orient
Expressions
Record
Of Broken Hearts
(Doublemoon/Rough Trade)
Die Istanbuler Nachtschwärmer
legen mit einer loungigen, souljazzigen Symbiose anatolischer Tradition
und Clubfreundlichem nach. Das Projekt um DJ Yakuza, den Multi-Instrumentalisten
Cem Yildiz und den amerikanischen Saxophonisten Richard Hamer widmet
sich dieses Mal der goldenen Filmära der Bosporus-Metropole und
verquickt durch diese nostalgische Grundemotion noch schlüssiger
als auf den Vorgängern handwerklich-akustische Substanz mit Bits
und Bytes. Ein durchgängig transparenter Sound sorgt so dafür,
dass weitaus mehr Raum für „the real thing“ bleibt
als bei Zunftkollegen der türkischen Lounge.
Saz, Bassklarinette, Duduk und Violine nehmen prominente Rollen ein,
auch mal ein Tupfer Balkanbläser und versteckte Afro-Anleihen.
Das Schönste an diesem Album ist jedoch die facettenreiche Vokalarbeit.
OE haben sich hier die soulige Gastsängerin Jhelisa an Land gezogen,
die im Hit „Angels“, aber auch im gehauchten „Basa
Bar Beni“ zum Zuge kommt, die männliche Stimmenarbeit teilen
sich Berin Koç und Cem Yildiz nicht minder seelenvoll. Auch
ohne der türkischen Zunge mächtig zu sein, ahnt man bei
den traumwandlerischen Tracks, dass textlich alle möglichen Formen
der Liebe ausgelotet werden. Duftende Stories aus einem „Osmanischen
Reich reloaded“.
review: Stefan Franzen
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