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Jazz thing 78
Nummer 78
April/Mai 2009

blue rhythm. review
Orient Expressions - Record Of Broken Hearts
 
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Très, Très Fort
(Crammed/Indigo)
 
Roberto Menescal & Eddy Palermo
Bossa Jazz Session
(Iris Music/Harmonia Mundi))
 
Seprewa Kasa
Seprewa Kasa
(Riverboat/edel)

Orient Expressions
Record Of Broken Hearts
(Doublemoon/Rough Trade)

 
Die Istanbuler Nachtschwärmer legen mit einer loungigen, souljazzigen Symbiose anatolischer Tradition und Clubfreundlichem nach. Das Projekt um DJ Yakuza, den Multi-Instrumentalisten Cem Yildiz und den amerikanischen Saxophonisten Richard Hamer widmet sich dieses Mal der goldenen Filmära der Bosporus-Metropole und verquickt durch diese nostalgische Grundemotion noch schlüssiger als auf den Vorgängern handwerklich-akustische Substanz mit Bits und Bytes. Ein durchgängig transparenter Sound sorgt so dafür, dass weitaus mehr Raum für „the real thing“ bleibt als bei Zunftkollegen der türkischen Lounge.

Saz, Bassklarinette, Duduk und Violine nehmen prominente Rollen ein, auch mal ein Tupfer Balkanbläser und versteckte Afro-Anleihen. Das Schönste an diesem Album ist jedoch die facettenreiche Vokalarbeit. OE haben sich hier die soulige Gastsängerin Jhelisa an Land gezogen, die im Hit „Angels“, aber auch im gehauchten „Basa Bar Beni“ zum Zuge kommt, die männliche Stimmenarbeit teilen sich Berin Koç und Cem Yildiz nicht minder seelenvoll. Auch ohne der türkischen Zunge mächtig zu sein, ahnt man bei den traumwandlerischen Tracks, dass textlich alle möglichen Formen der Liebe ausgelotet werden. Duftende Stories aus einem „Osmanischen Reich reloaded“.

review: Stefan Franzen

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Orient Expressions - Record Of Broken Hearts