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Jazz thing 75

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Nujeli - Ensi
 
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Fusionen aus Afrika mit den urbanen Farben aus Paris findet man seit Jahren wie Sand am Meer. Was die Arbeit des Duos Nujeli so besonders macht, ist aber das „Ménage à Trois“-Element, denn zur afro-europäischen Koppelung treten die warmen Farben eines Streichquartetts. Keyboarder und Programmer Julien Groult schafft weitestgehend triphoppige Landschaften mit ruhigen Piano-Sentenzen, flubbernden Keys und Drum-Loops, über denen sich die soulige, gar nicht typische Afro-Stimme der Uganderin Irène Morel ausbreitet, die kürzlich gar für Björk als Chorsängerin entdeckt wurde.

Ethnisches Kolorit entsteht durch ganz dezente traditionelle Melodik-Überbleibsel, vor allem aber durch die Zeilen in der Muttersprache Luganda, in denen Morel sich über die Machos in ihrer Heimat beklagt, aber auch über das Glück des Mutterwerdens dichtet. Wie in den elegant-kantigen Pop schließlich das klassische Kammerensemble hineinfindet, das hat schon eine eigene Klasse. Und wir konstatieren, das auch im alten Weltmusik-Europa mit seiner Kapitale Paris noch kleine Überraschungen lauern.

review: Stefan Franzen