|
 |
Nujeli
Ensi
(Bloom Records / MP Media)
Fusionen aus Afrika mit
den urbanen Farben aus Paris findet man seit Jahren wie Sand am
Meer. Was die Arbeit des Duos Nujeli so besonders macht, ist aber
das „Ménage à Trois“-Element, denn zur
afro-europäischen Koppelung treten die warmen Farben eines
Streichquartetts. Keyboarder und Programmer Julien Groult schafft
weitestgehend triphoppige Landschaften mit ruhigen Piano-Sentenzen,
flubbernden Keys und Drum-Loops, über denen sich die soulige,
gar nicht typische Afro-Stimme der Uganderin Irène Morel
ausbreitet, die kürzlich gar für Björk als Chorsängerin
entdeckt wurde.
Ethnisches Kolorit entsteht durch ganz dezente traditionelle Melodik-Überbleibsel,
vor allem aber durch die Zeilen in der Muttersprache Luganda, in
denen Morel sich über die Machos in ihrer Heimat beklagt, aber
auch über das Glück des Mutterwerdens dichtet. Wie in
den elegant-kantigen Pop schließlich das klassische Kammerensemble
hineinfindet, das hat schon eine eigene Klasse. Und wir konstatieren,
das auch im alten Weltmusik-Europa mit seiner Kapitale Paris noch
kleine Überraschungen lauern.
review: Stefan Franzen
|