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Los
Paperboys
Callithump
(Aviva Records/SunnyMoon)
Er mag affig aussehen, der
kleine spanische Artikel vor dem englischen Hauptwort – doch
er trifft den Sound der fünf Musiker aus Vancouver recht gut.
Das muss man es gar nicht so plakativ auf zwei Pole beziehen, wie
im Presseinfo, wo das „Guiness mit einem Tequila hinuntergespült“
wird. Der recht kommerzielle Sound der Papierjungen hat unglaublich
viele Zwischentöne und Finessen in den Arrangements. Da ist das
vorwärtstreibende „Rain On Me“ mit unleugbarem Radiohit-Charakter,
wo sich die pathetische, nahe am Falsett siedelnde Stimme von Tom
Landa mit Tin Whistle und einer bekifften Blaskapelle paart. Letztere
ist ein Novum der Band und sorgt in vielen weiteren Songs wie „Goodbye
Berlin“ für Erdung, in „America“, das mit wunderbarem
Chorsatz und hoppelndem Ska-Rhythmus unterlegt ist, gar für ein
wenig mexikanisches Flair.
Dieses Flair wird im Spanisch gesungenen „La Bruja“ zu
veritablem Mariachi-Schmelz ausgebaut. Doch auch Country-Töne
mit jauchzender Fiedel und Banjo-Geplucker beherrschen die Kanadier.
Wenn es ganz ruhig wird, wie in „Get Well Soon“, kann
man in einer wiegenden Melodie schwelgen, die mit der Erfindungskunst
der besten US-Songwriter konkurrieren kann, aber auch zarte keltische
Töne in sich birgt. Und irische Triolen werden kongenial in einen
Reggae-Kontext eingeflochten. Ach ja, der Albumname: „Callithump“
kommt aus dem Altenglischen, bezeichnet „Jubel, Trubel und Heiterkeit“
bei einem Umzug. Fast schon bescheiden, diesen großartigen Sound
auf einen so kleinen Nenner herunterzubrechen.
review: Stefan Franzen
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