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LaXula
In-X-Ile
(Via Lactea/Broken Silence)
Wow! Gleich der Opener der
anglo-spanischen Combo legt los, als wolle man den barcelonesischen
Platzhirschen von Ojos de Brujo die Krone streitig machen: Flamenco
mit funkigem Rock und einer Dub-Glasur überzogen, mittendrin
die Hexenvocals von Monte Palafox und ein wildes, freejazziges Sax.
Anschließend plötzlich ein Schwenk zum schwermütig-heißblütigen
Balkan Imaginaire, wie in eine Lhasa de Sela nicht schöner verkörpern
könnte. Sodann geht der Trip weiter durch Gefilde von punkigem
Unterbau, andalusischen Arabesken, einem fast russisch angehauchten
Akkordeon, und ein klappernder Gnawa-Beat lauert um die Ecke.
Peitschende Pauken, flirrender Flöten-Zungenschlag und eine Gypsy-Gitarre
entwerfen das Szenario im stärksten Tableau namens „La
Luna“. Doch es gibt auch Längen: Etwa wenn sich die Stimme
ziellos, ihre Magie überschätzend, zu einem Groove aus offenen
Gitarrenakkorden dreht, zu einem Quetschkommoden-Walzer stöhnend
fantasiert. Die Ausnahmestellung der Ojos ist durch dieses Album noch
lange nicht gefährdet. Doch die Truppe um Palafox hebt sich trotzdem
sehr erfindungsreich über das Mestizo-Mittelmaß von spaßigen
Latin Reggae und Ska heraus.
review: Stefan Franzen
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