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Haydamaky
Kobzar
(Eastblok/Indigo)
Die Kinder der orangenen
Revolution zeigen sich beständig, und neben dem Ethnopop-Kitsch
einer Ruslana haben sich auch quicklebendige ukrainische Folkrocker
etabliert. Aushängeschild dieser Fraktion sind zweifelsohne Haydamaky,
die ihr zweites Album vorlegen. Ihre Klangpalette haben die erklärten
Rocktroubadoure erweitert: Hochgepitchter, rauer Frauengesang geht
mit Dub einher, Akkordeon, Trompete und Flöte kreisen wild zum
fast punkigen Riff, eine Art Augsburger Puppenkistenmusik auf Speed.
Kurz rutscht der Sound auch mal in etwas eintönigen Dudelsack-Metal
ab oder in ein internationales Rockvokabular ohne ausgeprägtes
Eigenformat. Umso schöner die vielen transparenten Passagen,
in denen Karpaten-Flöte und kristallines Hackbrett die Chance
haben, ans Ohr des Hörers zu treffen, mal instrumental, mal als
Setting für eine mit sonorer bis pathetischer Stimme vorgetragene
Ballade. Und wohltuend ist, dass – ob laut oder leise –
alles sehr handwerklich daher kommt – im Osten gibt es noch
loop- und loungefreie Zonen.
review: Stefan Franzen
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