Hans Lüdemann & Tata DinDin
Kano
(NRW Records)
Das Treffen zwischen dem deutschen Pianisten und dem jungen Kora-Meister aus Gambia geht in die zweite Runde. Was zunächst wie ein akademischer Dialog anmuten könnte, wie eine nüchterne Zwiesprache zwischen einem höfischen Instrument der Mande-Reiche und einem abendländischen Etüden-Exerzierkasten, ist vielmehr ein spielerischer Dialog voller Witz, Elan und Virtuosität.
Mal umschlingt man sich in wirbelndem Improvisationsflug, kurze Free-Ausbrüche inklusive, dann kühlt man das Mütchen mit ruhig fließender Melodik à la Abdullah Ibrahim. Dindins quasi-sakrale Stimme erzählt dazu mythengleich Geschichten, die auch ohne Sprachkenntnis unter die Haut gehen. Ein Kunstgriff ist es, wenn Lüdemann zum Piano-Vorläufer, dem Clavichord, greift: Da nähern sich die Klangfarben von altem Afrika und barockem Deutschland schon fast unheimlich an. Afro-deutsche Freundschaft von intensivstem Zuschnitt.
review: Stefan Franzen
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