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Jazz thing 75

blue rhythm. review
Daby Touré - Diam
 
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Daby Touré
Diam
(RealWorld / EMI)

Wer im Frühjahr die Peter Gabriel-Tour besucht hat, dem wird dieser Sprössling aus dem berühmten Musiker-Klan (Touré Kunda!) aufgefallen sein. Dort wagte sich Daby Touré nämlich in einem erfrischenden Soloauftritt nur mit Gitarre auf die Bühne und bildete eine angenehm bombastarme Einstimmung mit jugendlichem Charme. Auch sein Debüt lebt von einem ausgefeilten Akustik-Setting mit punktgenau eingesetzter Perkussion um das sanfte Vokalcharisma.

Wie einst Ismael Lô verbindet der Senegalese westafrikanische Poesie mit wunderschönen, eingängigen Melodien, die sich auch aus Folk, Pop und Blues nähren, swingt dabei jedoch noch transparenter. Eine Hommage an den geistigen Mentor Ali Farka Touré ist dabei, locker mit Hintergrundchoristinnen aufgefüllt, in einem gemächlich trabenden Gitarrenpop-Stückchen mit Ohrwurm-Potential lugt auch mal ein wenig indisches Flair durch. Und die paar Einsprengsel mit perkussiver Elektronik geben einen sehr zeitgenössischen Anstrich, ohne den immer präsenten Unplugged-Charakter in die Knie zwingen zu wollen.

review: Stefan Franzen