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Manecas Costa
Paraiso Di Gumbe
(Wrasse/Helikon Harmonia Mundi)
Das winzige Guinea-Bissau, eingekeilt zwischen Senegal und Guinea, machte in den letzten Jahren eher durch seinen Bürgerkrieg Schlagzeilen, denn durch seine kulturellen Aktivitäten. Die Musik des Landes ist fast komplett in die Einwanderer-Viertel Lissabons ausgelagert, wo die Exilanten eine kommerzielle, am karibischen Zouk ausgerichtete Tanzmucke produzieren.
In diesem Umfeld startete auch Sänger und Gitarrist Manecas Costa seine Karriere, bis er die Möglichkeit bekam, unter der Regie der englischen Musikprofessorin und Journalistin Lucy Duran eine andere Perspektive zu erproben. Das Resultat lässt eine neue, an traditionellen Tönen orientierte bissau-guineanische Musik erstehen und man fragt sich, wie aus dem gebeutelten Land nun derart paradiesische Musik kommen kann.
Mit swingender Raffinesse lässt Costa die vergessenen Rhythmen, allen voran den Gumbe, auferstehen, zupft entspannte Akustik- und elegant klickernde E-Gitarren, die auch mal an den Kongo erinnern. Dazu gibt es sanfte Perkussion, clever eingeflochtene Girlanden von einer venezolanischen Harfe und smarte Vocals. Mit rituellen Intermezzi fügt sich dieses Tableau zu einem bezwingenden Kreolen-Mix, fernab von aufdringlichem Afro-Pop.
review: Stefan Franzen
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