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Jazz thing 75

blue rhythm. review

Burkalat - Magie

 
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Burlakat
Magie
(Humppa Records/Indigo)

Man sollte sich nicht durchs simple Cover und den allzu plakativen Titel abschrecken lassen! Hier schlummert eine der originellsten nordischen Folk-CDs der letzten Monate. Zugegeben - bei einem Blind Date mit diesem Album fällt der erste Verdacht unweigerlich auf Värttinä. Die geographische Zuordnung stimmt, ansonsten haarscharf daneben geraten: Burlakat („Vagabunden“) kommen zwar ebenfalls aus Karelien und verfügen über mehrere singende Frontdamen, ebenfalls deren drei. Doch gibt es einige Feinheiten, mit denen sich das Oktett aus Rääkkylä von den Landsleuten abzusetzen vermag.

Der schneidende Gesang wechselt hier nuancenreicher auch mal in tiefere, erdigere Lagen, erinnert sogar mal ein wenig an Pygmäenjodeln. Die leise gezupften Zwischentöne auf Finnlands Nationalinstrument, der Kantele dringen transparenter durch, weben zerbrechliche elegische Folkfärbungen in die souverän agierende männliche „Backingband“ ein. Textlich geht es dann wieder wie gewohnt um mythische Naturbilder und selbstbewusste Frauen - das Erfolgsrezept aus Finnlands Osten funktioniert bei Sirkka Kosonen, Johanna Koukkonen und Pauliina Lerche ebenso wie bei den bekannteren Schwestern von Värttinä.

review: Stefan Franzen