Blasted Mechanism
Avatara
(alabel/Rough Trade)
Alien Rock oder Weltmusik? Das portugiesische Phänomen Blasted Mechanism erregt die optischen und akustischen Gemüter. Hierzulande haben wir sie bislang nur vereinzelt wahrgenommen, unter anderem auf dem popdeurope-Festival in Berlin 2004. In der Heimat dagegen füllen sie Stadien mit 50.000 Leuten. Mit Avatara gibt es nun einen ersten Longplayer auch für den deutschen Markt. Valdjiu, Karkov, Ari, Sync, Zymon und Winga sind die Köpfe hinter den Masken, die mal wie ein Zwitter aus Borg- und Ritter-Rüstung, dann wieder wie Gigers Alien-Geschöpf anmuten. Nicht nur die Kostüme, auch ihre Instrumente und Sprachen schneidern die Mitglieder teils selbst.
Der Einstieg in die CD lässt fast an nordindische Klassik denken, doch nach Sekunden saugt es den Hörer hinein in ein tribales Höllenfeuer aus Didgeridoo, Sitar, afrikanischer, arabischer, asiatischer Percussion und vor allem jeder Menge Alternative- und Crossover-Anteilen. Geräusche aus einer Cyber-Welt paaren sich mit Steeldrum, und völlig unerwartet erhebt sich über einem trabenden Schlagwerk-Gefolge die schnatternde Hexen-Feen-Stimme von Landsfrau Maria João. Vokalist Karkov gibt mal den wütenden Sprechsänger, mal kopiert er unfreiwillig Bowie. Ein atlantischer Hybrid aus Transglobal Underground, Fun-Da-Mental, spacigem Goa und beinhartem Rock.
review: Stefan Franzen
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