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Bis in die Leitmedien und die Tagespresse hinein gibt es in Großbritannien
und Frankreich einen recht entspannten Umgang mit den Klängen
der Welt - ohne dass sie noch „world music“ bzw. „musique
du monde“ genannt werden müssten. Hierzulande finden
sie sich weiterhin in einer medialen Nische: 22 Jahre nach Einführung
des Begriffs „Weltmusik“ als Marktsegment diskutiert
man immer noch über die Hülse anstatt über ihre Inhalte.
Mal kürzer-, mal längerlebige Hypes (Stichwort Afrobeat,
Balkan, Kuba) und eine globale Popmusik, die nur landesspezifische
Spurenelemente aufweist, bestimmen das Genre – formatgerecht
und quietschbunt.
Doch die Musik aus aller Welt besitzt so viele Facetten, dass sie
sich nicht in marginalen Minutenhäppchen, in Kleinkolumnen
und ständiger Partylaune erschöpfen kann. Wir wollen dafür
ein sichtbares Zeichen setzen: Salsa, Flamenco, Son, Sahara-Blues,
Balkan-Brass, Samba, Afrobeat, Fado, Bossa Nova – diese und
viele weitere Stile der globalisierten Gegenwart sind solch selbstverständliche
Teile unserer musikalischen Realität geworden, dass wir sie
nicht weiter unter einem so eurozentrisch gefärbten Begriff
wie „World Music“ präsentieren und in der getrennten
Beilage „Blue Rhythm“ isolieren wollen. All
diese Musik gehört ins Hauptheft Jazz thing!
Diese Stile werden deshalb ab sofort nicht mehr nur dreimal im Jahr
in Form einer Beilage in den Fokus gerückt, sie sind künftig
in jeder Ausgabe, fünfmal im Jahr, fest in Jazz thing integriert,
gleichberechtigt mit Jazz, Soul, Funk, Electronica, Pop –
und allen namenlosen Bastarden, die sich daraus gebildet haben oder
noch bilden mögen. Auch die auf dieser Website bislang behandelten
Themen werden nun ihre neue Heimstatt auf jazzthing.de
finden. Scharfe musikalische Unterscheidungen waren eh noch nie
unsere Sache; die ehemals streng bewachten Stil-Grenzen sind für
uns weitestgehend obsolet.
Wir bedanken uns für die Online-Treue während der letzten
sechs Jahre, hoffen auf Ihre Begeisterung fürs neue Konzept
und freuen uns auf Ihr Feedback. Der Begriff „Weltmusik“
stirbt - es lebe die Musik aus aller Welt.
stellvertretend für das ganze Jazz thing- und Blue Rhythm-Team
Stefan Franzen
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