Zum
fünften Mal gibt sich die Landeshautpstadt dem savoir vivre
hin – zumindest musikalisch. Das Francophonic-Festival,
das am vergangenen Donnerstag mit dem Arab-Rocker Rachid
Taha und seinem neuen Programm „Bon Jour“ (Album
ab 13.11. auf ) anlief, hat in den kommenden zwei Wochen noch viele
Facetten für Entdeckungswillige des französischen Klangterrains
parat, von HipHop über Electro bis Indie-Rock. Von besonderem
Interesse ist sicherlich die Chanson-Nacht am 13. Oktober: Dort
geben sich neue Chanteusen die Klinke in die Hand. Claire
Denamur (Foto), die vielleicht in einigen Jahren die Nachfolge
von Carla Bruni antreten wird, Zaza Fournier, die
Straßensängerin mit Handharmonika und Retro-Flair, sowie
die ganz junge Oshen, die mit Afro-, Latin- und
Elektrofarben arbeitet. Beim Finalkonzert ist die Band Moriarty
zu hören, die Folk-Rock mit balladesker Frankophilie verknüpfen.
Für ihre grenzüberschreitende Philosophie sind Les
Nuits Européenes bekannt. In seiner 14. Ausgabe
präsentiert das franko-deutsche Festival in der Region Strasbourg
und dem badischen Ableger Offenburg vom 9. bis 17. Oktober ein Programm
mit einem denkbar breiten stilistischen Spektrum: Zur Eröffnung
auf deutscher Seite gastieren der italienische Cantautore Gianmaria
Testa, die Tschechin Iva Bittova und Burhan
Öçal mit seinem Istanbul Oriental Ensemble.
Der Bosporus ist dann auch bei der linksrheinischen Fortsetzung
des Programms mit Ilhan Ersahin und Gasttrompeter
Erik Truffaz Thema. Ungewöhnliche Experimente
zwischen Perkussion und Cello stellen Cyril Atef und Vincent Segal
alias Bumcello an. Der Ausklang in Straßburg wird balkanisch-klezmerisch:
Mit La Minor aus Berlin, Yom aus
Frankreich und den Bläserattacken des macedonischen Koçani
Orkestars.
www.francophonic-festival.de
www.lesnuits.eu
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