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Jazz thing 81
Nummer 81
November 2009 - Januar 2010

Salif Keita wird 60
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24.08.2009
 
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27.07.2009

Salif KeitaWir gratulieren: Am 25. August wird Salif Keita 60 Jahre jung. Der Spross aus einer adligen Familie der Mande hatte viele Hürden zu überwinden, bis er der erfolgreiche Musiker wurde, als den wir ihn heute kennen. Stigmatisiert vom Albinismus wird er von der Familie als Kind versteckt, muss wegen fortschreitenden Verlustes des Sehvermögens sein Lehramtsstudium aufgeben. Der Entschluss, Sänger zu werden, bedeutet einen Tabubruch, da dies der noblen Kaste nicht erlaubt ist. Keita sucht sein Glück schließlich in der Kapitale Bamako: Dort wird er 1969 Leadsänger bei der Rail Band, die im Bahnhofsbuffet eine neue Synthese aus afrokubanischen Klängen und den Traditionen der Mande-Völker schmiedet und wo er sich für kurze Zeit mit einem anderen späteren Star der jungen Weltmusik das Mikro teilt, mit Mory Kanté. Dann allerdings wechselt er zur konkurrierenden Formation Les Ambassadeurs. In Abidjan avanciert er in den späten 1970ern mit der überragenden Platte „Mandjou“ zum panafrikanischen Star.

1984 reüssiert er beim Festival von Angoulême und siedelt nach Frankreich über. Mit "Soro" nimmt er dort drei Jahre später eines der ersten Alben auf, das traditionelle Mande-Melodien mit westlicher Rock- und Pop-Produktion koppelt. 1991 veröffentlicht er den Meilenstein "Amen", den der Jazzmusiker Joe Zawinul produziert. In der Folge arbeitet Keita in Europa und den USA mit etlichen Größen aus Pop und Jazz zusammen, etwa mit Grace Jones und Vernon Reid. Mit "Moffou" schlägt er 2002 wieder einen akustischeren Weg ein, den er auf seinem bislang letzten Studio-Output „M’Bemba“ weiter verfolgt hat. Der in Interviews eher unwirsche, in Konzerten aber äußerst warmherzige Künstler, der seinen Stammbaum auf Prinz Sounyata, den Gründer des sagenhaften Reiches Mali zurückführt, fördert mit seinem eigenen Studio Nachwuchskünstler, und mit seiner Organisation „SOS Albino“ kümmert er sich um Leidensgenossen – jetzt wieder von seiner alten Heimat Bamako aus.

 
Salif Keita war einer der ersten afrikanischen Musiker, die Traditionen ihrer Heimat mit westlichem Pop verbanden.