Wir
gratulieren: Am 25. August wird Salif Keita 60
Jahre jung. Der Spross aus einer adligen Familie der Mande hatte
viele Hürden zu überwinden, bis er der erfolgreiche Musiker
wurde, als den wir ihn heute kennen. Stigmatisiert vom Albinismus
wird er von der Familie als Kind versteckt, muss wegen fortschreitenden
Verlustes des Sehvermögens sein Lehramtsstudium aufgeben. Der
Entschluss, Sänger zu werden, bedeutet einen Tabubruch, da
dies der noblen Kaste nicht erlaubt ist. Keita sucht sein Glück
schließlich in der Kapitale Bamako: Dort wird er 1969 Leadsänger
bei der Rail Band, die im Bahnhofsbuffet eine neue
Synthese aus afrokubanischen Klängen und den Traditionen der
Mande-Völker schmiedet und wo er sich für kurze Zeit mit
einem anderen späteren Star der jungen Weltmusik das Mikro
teilt, mit Mory Kanté. Dann allerdings wechselt
er zur konkurrierenden Formation Les Ambassadeurs. In Abidjan avanciert
er in den späten 1970ern mit der überragenden Platte „Mandjou“
zum panafrikanischen Star.
1984 reüssiert er beim Festival von Angoulême und siedelt
nach Frankreich über. Mit "Soro" nimmt er dort drei
Jahre später eines der ersten Alben auf, das traditionelle
Mande-Melodien mit westlicher Rock- und Pop-Produktion koppelt.
1991 veröffentlicht er den Meilenstein "Amen", den
der Jazzmusiker Joe Zawinul produziert. In der
Folge arbeitet Keita in Europa und den USA mit etlichen Größen
aus Pop und Jazz zusammen, etwa mit Grace Jones
und Vernon Reid. Mit "Moffou" schlägt
er 2002 wieder einen akustischeren Weg ein, den er auf seinem bislang
letzten Studio-Output „M’Bemba“ weiter verfolgt
hat. Der in Interviews eher unwirsche, in Konzerten aber äußerst
warmherzige Künstler, der seinen Stammbaum auf Prinz Sounyata,
den Gründer des sagenhaften Reiches Mali zurückführt,
fördert mit seinem eigenen Studio Nachwuchskünstler, und
mit seiner Organisation „SOS Albino“ kümmert er
sich um Leidensgenossen – jetzt wieder von seiner alten Heimat
Bamako aus.
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