Heftige
Kritik hat Madonna auf sich gezogen, nachdem sie
kürzlich das Adoptionsrecht für Mercy James,
ein Waisenkind aus Malawi, mit juristischen Mitteln erstritten hat.
Die internationale Presse hat ihr vorgeworfen, Geld und Berühmtheit
als Druckmittel einzusetzen, um Mercy James zu kaufen. Auch im Heimatland
der Waise ist eine Pro- und Kontra-Diskussion entbrannt, die nun
auch künstlerischen Ausdruck findet. Eine Theatergruppe aus
Malawi hat sich des Stoffes im Musical „Mercy Madonna Of Malawi“
angenommen, das nach Erfolgen im südafrikanischen Staat nun
bis Ende August in Edinburgh gespielt wird.
Madonna wird in diesem Spektakel vom schwarzen Schauspieler Robert
Magasa mit blonder Perücke verkörpert. Die respektlose
Revue, bei der Toby Gough Regie führt, integriert
traditionelle malawische Musik und die Hits der 50jährigen
Pop-Ikone und deckt zugleich auf, wie es Madonna gelang, die umstrittene
Adoption durchzufechten. Dabei ist das Musical kein pures Madonna-Bashing:
Gough wägt Vor- und Nachteile der Adoption ab, lässt die
Malawier zu Wort kommen, die in Mercys neuem Leben jede Menge Privilegien
sehen, spricht aber auch die Folgen an, die entstehen, wenn ein
Kind aus seiner Kultur gerissen wird.
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