Ruth
Maria Renner, Shooting Star der deutschen Ostszene und besser bekannt
als Miss Platnum, hat Hummeln im Hintern –
das wird gänzlich klar, wenn man sich von ihrem zweiten Werk,
„The Sweetest Hangover“ (Four Music/Sony, VÖ: 4.9.)
betören lässt – und das geht schnell. Die Scheibe
ist knallig, frech und plakativ, dürfte auch im R&B auf
aufgeschlossene Ohren stoßen, denn hier wird zeitgenössischer,
hocherhitzter Soul regelrecht auf den Balkan aufgedampft. Marko
Markovics Bläser toben Seite an Seite und von Kollaborant
Peter Fox hat sich die Dame die Akrobatentrommler Cold Steel
ausgeliehen. Punjab-Anleihen, fette Soul-Hymnen, Reverenzen an M.I.A.
und Santogold und eine phänomenale Neuversion von Kate Bushs
„Babooshka“ sind im Aufgebot.
Auch Harmonia Mundi startet eine große Damen-Offensive: Neue
Alben sind für September und Oktober von der Sephardin Yasmin
Levy und der ungarischen Folk-Queen Márta
Sebestyén angekündigt. Die irische Wahl-New
Yorkerin Susan McKeown hat sich mit „Saints
& Tzadiks“ auf ein gewagtes Stelldichein mit Klezmatics-Sänger
Lorin Sklamberg eingelassen. Und im November wird
man von Chinas schillerndstem Pop-Export Sa Dingding
Neues hören: „Harmony“ heißt ihr zweites
Album für den westlichen Markt.
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