Wo
die Schweiz am schweizerischsten ist, leistet man sich seit 2001
ein dreitägiges Musikspektakel. Altdorf, Tell-Schauplatz und
Knotenpunkt am Gotthard bietet die besten Voraussetzungen für
spannende Begegnungen. „Die Alpen sind zwar eine geographische,
aber mitnichten eine kulturelle Einheit“, stellt der künstlerische
Leiter Johannes Rühl klar. Deshalb trägt
er Sorge dafür, dass von Slowenien über die Eigenheiten
der italienischen Alpenmusik bis nach Okzitanien eine breite Streuung
herrscht. Genauso wichtig wie der akustische Durchstich durchs gesamte
Gebirgsrelief ist dabei die Zeitachse: „Wir haben keinerlei
rein traditionelle Programmpunkte. Uns kommt es darauf an, wie man
mit den Roots als Basis zu etwas Frischem, Eigenem kommen kann.“
Wie nirgendwo anders operieren die Schweizer hierbei mit dem Terminus
„Neue Volksmusik“. Will heißen: Viele der Musiker,
die bei „Alpentöne“ auftreten, stammen zwar aus
ländlichen Gefilden, haben ihre Handschrift aber im urbanen
Kontext entwickelt. Corin Curschellas, Rätoromanin
mit Leib und Seele, die ihre Bergtradition über Zürich
nach New York getragen hat, steht hierfür. Charakteristisch
für die Alpentöne ist jedoch auch der Blick von ganz außen
– etwa, wenn die Bolschewistische Kurkapelle
den Blasmusiktraditionen der Berge ihren Blickwinkel aus der Weill-
und Eisler-Welt entgegensetzt.
Und es gibt eine hohe Rate an Auftragskompositionen wie die des
Slowenen Vasko Atanasovski, der eine Jazzband mit
einem Chor konfrontiert Auch auf die Naturkulisse mag man nicht
verzichten. Beim „Klangspaziergang“ etwa improvisieren
die Musiker von einem zugeteilten Ort im Sumpf der Reuss-Mündung.
Und der Aktionskünstler Cyril Schlaepfer bindet
gar die Dampfschiffe des Vierwaldstätter Sees in eine Klang-
und Bildinstallation ein.
www.alpentoene.ch
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