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Jazz thing 81
Nummer 81
November 2009 - Januar 2010

Altdorf: Alpentöne
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27.07.2009
 
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29.06.2009

Alpentoene LogoWo die Schweiz am schweizerischsten ist, leistet man sich seit 2001 ein dreitägiges Musikspektakel. Altdorf, Tell-Schauplatz und Knotenpunkt am Gotthard bietet die besten Voraussetzungen für spannende Begegnungen. „Die Alpen sind zwar eine geographische, aber mitnichten eine kulturelle Einheit“, stellt der künstlerische Leiter Johannes Rühl klar. Deshalb trägt er Sorge dafür, dass von Slowenien über die Eigenheiten der italienischen Alpenmusik bis nach Okzitanien eine breite Streuung herrscht. Genauso wichtig wie der akustische Durchstich durchs gesamte Gebirgsrelief ist dabei die Zeitachse: „Wir haben keinerlei rein traditionelle Programmpunkte. Uns kommt es darauf an, wie man mit den Roots als Basis zu etwas Frischem, Eigenem kommen kann.“

Wie nirgendwo anders operieren die Schweizer hierbei mit dem Terminus „Neue Volksmusik“. Will heißen: Viele der Musiker, die bei „Alpentöne“ auftreten, stammen zwar aus ländlichen Gefilden, haben ihre Handschrift aber im urbanen Kontext entwickelt. Corin Curschellas, Rätoromanin mit Leib und Seele, die ihre Bergtradition über Zürich nach New York getragen hat, steht hierfür. Charakteristisch für die Alpentöne ist jedoch auch der Blick von ganz außen – etwa, wenn die Bolschewistische Kurkapelle den Blasmusiktraditionen der Berge ihren Blickwinkel aus der Weill- und Eisler-Welt entgegensetzt.

Und es gibt eine hohe Rate an Auftragskompositionen wie die des Slowenen Vasko Atanasovski, der eine Jazzband mit einem Chor konfrontiert Auch auf die Naturkulisse mag man nicht verzichten. Beim „Klangspaziergang“ etwa improvisieren die Musiker von einem zugeteilten Ort im Sumpf der Reuss-Mündung. Und der Aktionskünstler Cyril Schlaepfer bindet gar die Dampfschiffe des Vierwaldstätter Sees in eine Klang- und Bildinstallation ein.

www.alpentoene.ch

 
Altdorf als Begegnung von allen alpinen Facetten vom 14. bis 16. August.