Neben
seinem Schwager Ravi Shankar war er der bekannteste Musiker der
indischen Klassik: Am 18.6. starb im Alter von 87 Jahren der Musiker
Ali Akbar Khan, der das Lauteninstrument Sarod
bei einem weltweiten Publikum bekannt machte. Er wurde als Sohn
des heute fast mythischen Musikers Allaudin Khan
1922 in Ostbengalen geboren, und erhielt von Kindesbeinen an täglich
Unterricht bei seinem Vater auf etlichen Instrumenten. Früh
konzentrierte er sich jedoch schon auf das Sarod, eine Laute, die
von der afghanischen Rubab abstammt. Mit dreizehn debütierte
er öffentlich und trat in seiner Jugend oft im Duo mit Ravi
Shankar auf. Bereits mit 22 Jahren wurde er in Lucknow
zum musikalischen Leiter von All India Radio ernannt, zugleich wirkte
er als Hofmusiker für den Maharaja von Jodhpur. Nach dessen
Tod ging Khan 1948 nach Bombay, wo er eine lange Liste von Filmmusiken
komponierte, ein Genre, dem er jahrzehntelang treu blieb: Noch 1993
komponierte er den Soundtrack zu Bertoluccis „Liitle Buddha“.
Mitte der 1940er startete Ali Akbar Khan auch seine Karriere mit
Schallplattenaufnahmen, die zunächst in Indien äußerst
populär wurden, in den 1960ern dann auch in Übersee das
Raga-System verbreiteten. Seinen ersten Auslandsaufenthalt ermöglichte
ihm der Geiger Yehudi Menuhin, der ihn als Genie
und „größten Musiker der Welt“ bezeichnete.
Brückenschläge zum Jazz unternahm Khan unter anderem mit
dem amerikanischen Saxofonisten John Handy, mit
dem er zwei Platten für das Schwarzwälder Label MPS einspielte.
1971 spielte er beim Concert of Bangladesh neben Rockmusikern wie
George Harrison und Eric Clapton. Seit 1967 lebte der oftmals mit
dem Beinamen „Khansahib“ belegte Musiker in Kalifornien,
wo er nach dem Vorbild seiner gleichnamigen Musikakademie in Kalkutta
einen Zweig des Ali Akbar College of Music gründete. Ein weiterer
Ableger seines Colleges wurde 1985 in Basel ins Leben gerufen.
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