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Jazz thing 81
Nummer 81
November 2009 - Januar 2010

Gestorben: Ali Akbar Khan
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02.06.2009

Ali Akbar KhanNeben seinem Schwager Ravi Shankar war er der bekannteste Musiker der indischen Klassik: Am 18.6. starb im Alter von 87 Jahren der Musiker Ali Akbar Khan, der das Lauteninstrument Sarod bei einem weltweiten Publikum bekannt machte. Er wurde als Sohn des heute fast mythischen Musikers Allaudin Khan 1922 in Ostbengalen geboren, und erhielt von Kindesbeinen an täglich Unterricht bei seinem Vater auf etlichen Instrumenten. Früh konzentrierte er sich jedoch schon auf das Sarod, eine Laute, die von der afghanischen Rubab abstammt. Mit dreizehn debütierte er öffentlich und trat in seiner Jugend oft im Duo mit Ravi Shankar auf. Bereits mit 22 Jahren wurde er in Lucknow zum musikalischen Leiter von All India Radio ernannt, zugleich wirkte er als Hofmusiker für den Maharaja von Jodhpur. Nach dessen Tod ging Khan 1948 nach Bombay, wo er eine lange Liste von Filmmusiken komponierte, ein Genre, dem er jahrzehntelang treu blieb: Noch 1993 komponierte er den Soundtrack zu Bertoluccis „Liitle Buddha“.

Mitte der 1940er startete Ali Akbar Khan auch seine Karriere mit Schallplattenaufnahmen, die zunächst in Indien äußerst populär wurden, in den 1960ern dann auch in Übersee das Raga-System verbreiteten. Seinen ersten Auslandsaufenthalt ermöglichte ihm der Geiger Yehudi Menuhin, der ihn als Genie und „größten Musiker der Welt“ bezeichnete. Brückenschläge zum Jazz unternahm Khan unter anderem mit dem amerikanischen Saxofonisten John Handy, mit dem er zwei Platten für das Schwarzwälder Label MPS einspielte. 1971 spielte er beim Concert of Bangladesh neben Rockmusikern wie George Harrison und Eric Clapton. Seit 1967 lebte der oftmals mit dem Beinamen „Khansahib“ belegte Musiker in Kalifornien, wo er nach dem Vorbild seiner gleichnamigen Musikakademie in Kalkutta einen Zweig des Ali Akbar College of Music gründete. Ein weiterer Ableger seines Colleges wurde 1985 in Basel ins Leben gerufen.

 
Am 18. Juni starb der indische Sarod-Virtuose Ali Akbar Khan.