Die
Sensation war perfekt im Kodak Theatre zu Los Angeles: Danny Boyles
Laiendarstellerdrama "Slumdog Millionaire"
aus dem Mumbaier Slum-Milieu gewann acht Oscars, zwei davon gingen
an den Filmmusiker A. R. Rahman. Der Komponist,
der auch als “Mozart von Madras” verehrt wird, wurde
zum einen für den gesamten Soundtrack, zum anderen zusammen
mit dem Texter Gulzar für den Song “Jai Ho” ausgezeichnet.
Rahman selbst kommentierte bescheiden: „Dieser Award gehört
jeder Person in der Musikindustrie. Gott hat mich stellvertretend
für euch alle ausgewählt.“
Sigrid Pfeffer hat für den Münchner Verlag
Trikont kuriose indische Musik ausgegraben, die
den Bollywood-Hype mit Schmackes durchbricht: Der Sampler „Konkani
Songs“ enthält durch und durch eklektische Lieder,
die, mal kubanisch angehaucht, mal nach mexikanischem Trompetenschmelz,
mal nach mediterran koloriertem Schlager à la Caterina Valente
tönend, ursprünglich aus dem Goa der 1960er und 70er kommen,
in Bombay produziert wurden und die Herzen aller Exotica-Sammler
ganz hoch schlagen lassen. Und wie es sich für Deutschlands
ältestes Independent-Label gehört, liefert das Booklet
die spannende Historie dieses obskuren Genres.
|