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Jazz thing 78
Nummer 78
April/Mai 2009

Palästina & Israel: Musik & Mauern
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Michel SajrawyDer palästinensische Gitarrist Michel Sajrawy (Foto) kreiert auf seinem zweiten Album “Writings On The Wall”, das am 30.1. auf Ozella erscheinen wird, eine Fusion aus Jazz und nahöstlichen Elementen. Der Musiker, der als Araber mit israelischem Pass in Nazareth lebt, hat sich auch zum Konflikt zwischen Israel und Palästina geäußert: „Unsere Regierung will nicht, dass unsere arabische Kultur uns eint, sie möchte vielmehr, dass wir unter der israelischen Flagge vereint werden. Doch wie kann das geschehen, wenn wir nicht gleich sind? Wir gelten als Bürde für den Staat und als Betrüger in den Augen der Geheimdienstes.“ Und zum Titel seiner Albums: „Als ich in Bethlehem spielte, war ich geschockt, diese enorme Mauer zu sehen. Es war, als sollte ich Jazz, die Musik der Freiheit, im Gefängnis spielen. Als ich an der Mauer entlang fuhr, sah ich dann die Botschaften des Protestes und des Widerstandes.“

Mauern sind auch das Thema des herausragenden Friedensbotschafters der israelischen Popmusik, Idan Raichel, der seine Scheibe „Within My Walls“ auf Cumbancha veröffentlicht. Im Titelstück singt er über die ambivalente Funktion von Mauern – schützend und isolierend: „Kein Schmerz wird zurückbleiben, denn meine Mauern sind weiß, kein Blutfleck, keine Wunden, keine Herztränen, innerhalb meiner Mauern wird keine Blume vor ihrer Zeit verwelken.“ Auf seinem metaphernreichen Werk arbeitete Raichel unter anderem mit der Kapverdin Mayra Andrade, der Kolumbianerin Marta Gómez und etlichen israelischen Gesangsgrößen.

 
Idan Raichel mit schwieriger musikalischer Friedensmission auf "Within My Walls".