Der
palästinensische Gitarrist Michel Sajrawy
(Foto) kreiert auf seinem zweiten Album “Writings On The Wall”,
das am 30.1. auf Ozella erscheinen wird, eine Fusion aus Jazz und
nahöstlichen Elementen. Der Musiker, der als Araber mit israelischem
Pass in Nazareth lebt, hat sich auch zum Konflikt zwischen Israel
und Palästina geäußert: „Unsere Regierung
will nicht, dass unsere arabische Kultur uns eint, sie möchte
vielmehr, dass wir unter der israelischen Flagge vereint werden.
Doch wie kann das geschehen, wenn wir nicht gleich sind? Wir gelten
als Bürde für den Staat und als Betrüger in den Augen
der Geheimdienstes.“ Und zum Titel seiner Albums: „Als
ich in Bethlehem spielte, war ich geschockt, diese enorme Mauer
zu sehen. Es war, als sollte ich Jazz, die Musik der Freiheit, im
Gefängnis spielen. Als ich an der Mauer entlang fuhr, sah ich
dann die Botschaften des Protestes und des Widerstandes.“
Mauern sind auch das Thema des herausragenden Friedensbotschafters
der israelischen Popmusik, Idan Raichel, der seine
Scheibe „Within My Walls“ auf Cumbancha veröffentlicht.
Im Titelstück singt er über die ambivalente Funktion von
Mauern – schützend und isolierend: „Kein Schmerz
wird zurückbleiben, denn meine Mauern sind weiß, kein
Blutfleck, keine Wunden, keine Herztränen, innerhalb meiner
Mauern wird keine Blume vor ihrer Zeit verwelken.“ Auf seinem
metaphernreichen Werk arbeitete Raichel unter anderem mit der Kapverdin
Mayra Andrade, der Kolumbianerin Marta
Gómez und etlichen israelischen Gesangsgrößen.
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