Im
Alter von 86 Jahren ist die peruanische Ausnahmesängerin Yma
Sumac am 1.11. in Los Angeles gestorben. Als Zoila Augusta
Emperatriz Chavarri del Castillo im Hochlanddorf Ichocán
geboren, führte sie ihre Abstammung auf den letzten Inka-König
Atahualpa zurück. Zunächst sang sie in ihrer Heimat Volkslieder
auf Quechua, tourte dann mit Moisés Vivanco,
den sie 14jährig heiratete, und dessen Inka Taqui-Trio
durch ganz Lateinamerika. Der Durchbruch kam in den USA: 1950 nahm
sie Capitol unter Vertrag und produzierte mit dem Arrangeur Les
Baxter die Platte „The Voice Of The Xtabay“.
Yma Sumac gehörte zu den ganz wenigen Sopranistinnen mit einem
Stimmumfang von fünf Oktaven. Mit dem Beinamen „Nachtigall
der Anden“ machte sie in den Folgejahren rasch Karriere in
den USA und Europa und entwickelte sich zum größten Star
des damals beliebten Exotica-Genres. Ihr Timbre-Spektrum reichte
von Koloraturen bis zu Knurr- und Fauchlauten; das Repertoire der
exzentrischen Diva umfasste sowohl folkloristische Indio-Lieder
als auch Opernarien und Salsa. Als bekannteste Scheibe gilt ihre
Produktion „Mambo“ aus dem Jahre 1955. Auch Hollywood
ebnete ihr den Weg, 1953 spielte sie an der Seite von Charlton Heston
in „Das Geheimnis der Inkas“.
In den 1960ern stand sie dann eher wegen Scheidung und finanzieller
Probleme in den Schlagzeilen, tourte zur Schuldentilgung durch den
Ostblock, konnte aber nach dem Ende der Exotica-Welle nicht mehr
Fuß fassen. 1971 produzierte sie, wiederum mit Baxter, kurioserweise
ein psychedelisch angehauchtes Rock-Album, das jedoch floppte. Erst
seit Mitte der Achtziger ging sie immer wieder sporadisch auf die
Bühne, 1991 und 1992 gab sie rare, von launischen Eklats begleitete
Konzerte in Berlin und Hamburg. Heute hört man ihre Stimme
vor allem in Werbespots für Autos und Eiscrème, aber
auch die Sammler entdecken ihren auf CD erschlossenen Backkatalog.
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