Am
10. Oktober ist der Reggae-Pionier Alton Ellis im Alter von 70 Jahren
im Londoner Hammersmith Hospital an einem Krebsleiden gestorben.
Der Mann aus dem Kingstoner Ghetto Trenchtown galt als "Godfather
of Rocksteady”, wenn vor dem Erfolg auch hartes Brot stand:
Ellis versuchte sich erfolglos als Fußballer und Kricket-Spieler,
mit mehr Fortune als Tänzer, entschied sich dann aber für
eine Sänger-Karriere. Die begann er im legendären Studio
One Ende der 1950er mit seinem Duettpartner Eddy
Perkins, anschließend mit der Band The Flames.
Er landete in der Blütezeit des Rocksteady Hits wie "Don't
Trouble People", "Dance Crasher" und "Cry Tough".
Sein Album „Mr. Soul Of Jamaica” für das Label
Treasure Isle gilt als ein Meilenstein des Genres
und der von ihm geprägte „Mad Mad“-Riddim mit der
markanten horn line wurde einer der breitest gestreuten Samples
im Reggae und Dancehall mit Nachwirkungen bis in den HipHop. 1972
siedelte Ellis mit der Zwischenstation Kanada nach England über
und setzte dort seine Laufbahn erfolgreich fort – gefeiert
wurde er dort auch vom Skinhead-Publikum. In Südlondon gründete
er sein Label All-Tone und eröffnete einen
gleichnamigen Plattenladen. Nach vorübergehendem Popularitätsverlust
erfreute sich Alton Ellis seit 15 Jahren mit dem Revival des Rocksteady
wieder zunehmender Beliebtheit sowohl in Jamaika als auch Europa
und stand regelmäßig auf der Bühne, bis er diesen
August eben dort einen Schwächeanfall erlitt.
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