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Jazz thing 75

Hector Zazou gestorben
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22.09.2008
 
08.09.2008
 
25.08.2008

Hector ZazouIm Alter von 60 Jahren ist am 8. September der französische Produzent und Komponist Hector Zazou gestorben. Der seit den Siebzigern aktive Musiker hat die populäre Musik des zwanzigsten Jahrhunderts in vielerlei Hinsicht bereichert: Er gilt als Pionier der elektronischen Musik, und gerade durch konstante Teamworks mit Musikern aus allen Kontinenten muss er auch als eine der avantgardistischen Speerspitzen der Weltmusik gesehen werden. Nach minimalistisch gefärbten Anfängen kollaborierte er schon in den Achtzigern mit dem Kongolesen Bony Bikaye, arbeitete später mit den Nouvelles Polyphonies Corses. 1994 veröffentlichte er schließlich den Meilenstein „Chanson Des Mers Froides“, auf dem er mit Vokalgästen von Björk über Värttinä bis zu Inuit-Frauen eine musikalische Topographie der Arktis schuf.

In den Folgejahren produzierte er Tracks und ganze Alben der Tibeterin Yungchen Lhamo, der Schweizerin Laurence Revey, des Galiciers Carlos Nunez und der Usbekin Sevara Nazarkhan. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von Pierre Job, wie er bürgerlich hieß, war die Vertonung von Gedichten und Bildern, etwa von Arthur Rimbaud („Sahara Blue“) und Bernard Caillaud („Q+C“). Für die Eröffnungszeremonie der Fußball-WM in Frankreich 1998 komponierte er ein sechsstündiges Soundscape. Sein Vermächtnis wird am 6. Oktober auf Crammed als „In The House Of Mirrors“ erscheinen, ein Teamwork mit vier indischen und usbekischen Musikern.

 
Posthum erscheint im Oktober das Werk "In The House Of Mirrors" von Hector Zazou.