Im
Alter von 60 Jahren ist am 8. September der französische Produzent
und Komponist Hector Zazou gestorben. Der seit
den Siebzigern aktive Musiker hat die populäre Musik des zwanzigsten
Jahrhunderts in vielerlei Hinsicht bereichert: Er gilt als Pionier
der elektronischen Musik, und gerade durch konstante Teamworks mit
Musikern aus allen Kontinenten muss er auch als eine der avantgardistischen
Speerspitzen der Weltmusik gesehen werden. Nach minimalistisch gefärbten
Anfängen kollaborierte er schon in den Achtzigern mit dem Kongolesen
Bony Bikaye, arbeitete später mit den Nouvelles
Polyphonies Corses. 1994 veröffentlichte er schließlich
den Meilenstein „Chanson Des Mers Froides“, auf dem
er mit Vokalgästen von Björk über
Värttinä bis zu Inuit-Frauen eine musikalische
Topographie der Arktis schuf.
In den Folgejahren produzierte er Tracks und ganze Alben der Tibeterin
Yungchen Lhamo, der Schweizerin Laurence
Revey, des Galiciers Carlos Nunez und
der Usbekin Sevara Nazarkhan. Ein weiterer Schwerpunkt
der Arbeit von Pierre Job, wie er bürgerlich hieß, war
die Vertonung von Gedichten und Bildern, etwa von Arthur Rimbaud
(„Sahara Blue“) und Bernard Caillaud („Q+C“).
Für die Eröffnungszeremonie der Fußball-WM in Frankreich
1998 komponierte er ein sechsstündiges Soundscape. Sein Vermächtnis
wird am 6. Oktober auf Crammed als „In The House Of
Mirrors“ erscheinen, ein Teamwork mit vier indischen
und usbekischen Musikern.
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