Das
Organisatorenteam der WOMEX berichtet von neuen Schikanen, die Weltmusikbands
zu erdulden haben, wenn sie Visa für Auslandskonzerte beantragen.
Diesmal hat es die Kongolesen von Konono No.1 getroffen,
die aufgrund des Bürgerkrieges in der Heimat ihre Dokumente
in Kenia abwickeln mussten, was zu unerwarteten Verzögerungen
führte. Nun müssen sämtliche europäische Sommertermine
gecancelt werden. Auch andere Bands klagen über geplatzte Termine
in Europa, da sie nicht an Ausreisedokumente gelangen konnten:
Schuld daran ist immer öfter die Umstellung auf biometrische
Datenerfassung. Diese fordert, dass sich jeder Einzelne mit Fingerbadruck
registrieren lassen muss, wo bislang ein Stellvertreter alle Pässe
einer Gruppe einreichen konnte. Hinzu kommt, dass zum Beispiel in
Ländern ohne britisches Konsulat wie Mali die Erfassung der
Künstler in einem Nachbarland erfolgen muss, damit sie im UK
auftreten dürfen. Viele Gruppen bzw. ihre Agenten können
sich die teuren Reisen inklusive Übernachtungen zu den Standorten
der Behörden nicht leisten. Dies wurde kürzlich etwa den
Amazones de Guinée und einem Mitglied der
Band von Vieux Farka Touré zum Verhängnis.
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