Aline
de Lima, Newcomerin aus dem Staate Maranhão, legt
Mitte Juli ihr zweites Werk vor: „Açaí“
(Naïve/Indigo) ist nach einer tropischen Palmenart mit kleinen
lila Früchten benannt. Fruchtig geht es auf der Scheibe auch
zu: Unter der Ägide des japanischen Brasil-Freaks Jun
Miyake sind elegante Kleinode entstanden, die auf die Mithilfe
exzellenter Studiomusiker zählen können. De Lima greift
Samba und Bossa, aber auch Rhythmen aus dem Norden und Nordosten
des Landes auf, spickt sie mit französischen Versen und mit
solchen von Fernando Pessoa, singt ein Lied gar auf Schwedisch und
drückt damit die Verbundenheit zu ihrer vorübergehenden
Wahlheimat aus.
Das schwüle Cover ihrer neuen CD sollte nicht darüber
hinwegtäuschen: Bei Sabrina Malheiros wird
bei weitem nicht nur Brasil-Lounge geboten: Die Tochter von Azymuth-Ikone
Alex Malheiros zelebriert Samba und Bossa zwischen
detailverliebter Orchesterkulisse und handfestem Afro-Schlagwerk,
koppelt das Szenario aber äußerst clever mit ein wenig
Disco und Soul. Sabrinas Organ siedelt dabei genau auf dem Schnittpunkt
zwischen hauchender Elfe und sonniger Sambista. Heimlicher Star
der Scheibe ist aber der entdeckenswerte Arthur Verocai,
dessen Arrangements von Streichern über Flöten bis zum
Blech einen ausgebufften Klangmaler verraten.
|