Wie
der Tagesspiegel am vergangenen Freitag meldete,
ist radio multikulti, das Spartenprogramm des sieben
Wellen umfassenden Radio Berlin Brandenburg (RBB)
möglicherweise von einer Schließung bedroht. Da dem Sender
für die kommenden vier Jahre 54 Millionen Etat fehlten, sollen
alle Programmbereiche auf den Prüfstand gestellt werden, so
Sprecher Ralph Kotsch. Über Kürzungen
will die Geschäftsleitung in den nächsten Wochen entscheiden.
Die Mitarbeiter von radio multikulti haben eigener Aussage zufolge
Anzeichen ausgemacht, die auf drastische Einschnitte ihres Programms
hindeuten und die ganze Sendestruktur erfassen könnten. Handfeste
Belege gibt es dafür derzeit jedoch keine. Die Unterstützungsaktion,
die sie ins Leben gerufen haben, trägt unterdessen schon erste
Früchte. Maria Böhmer, Staatsministerin
und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge
und Integration sieht in einer etwaigen Schließung ein falsches
Signal und ließ verlauten:
"Multilinguale Programme... bilden die zunehmende Vielfalt
der Gesellschaft ab. Sie geben mit ihren fremdsprachigen Angeboten
Zuwanderern ohne deutsche Sprachkenntnisse erste Handreichungen,
indem sie über die Gepflogenheiten der deutschen Gesellschaft
informieren. Mit Deutsch als Lingua Franca wenden sie sich aber
nicht nur an fremdsprachige Zielgruppen, sondern schlagen eine sprachliche
Brücke zwischen den Ethnien, einschließlich der deutschen
Bevölkerung.“ Böhmer verweist darauf, dass die ARD
sich im Nationalen Integrationsplan klar zur Querschnittsaufgabe
Integration und kulturelle Vielfalt bekannt habe. Auch der stellvertretende
Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde Seref Erkayhan
protestierte: “Gerade, wo viele sich zur Umsetzung des nationalen
Integrationsplans in medienpolitischen Bereichen Gedanken machen
und diese in konkreten Projekten zu realisieren versuchen, würde
eine Schließung alle Bemühungen sinnlos machen.“
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