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Jazz thing 73
Nummer 73
April/Mai 2008

Gestorben: Henri Salvador
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Henri SalvadorIm Alter von 90 Jahren ist am 13. Februar der Chansonnier Henri Salvador in Paris gestorben. Die Karriere des Sängers aus Französisch-Guayana umfasste sage und schreibe siebeneinhalb Jahrzehnte. Mit sechzehn trat er bereits in den Cabarets von Paris als Gitarrist auf, kaum volljährig wurde er von Django Reinhardt engagiert und spielte in der Gruppe des Geigers Eddie South. Mit dem Orchester von Ray Ventura entfloh er dem 2. Weltkrieg in Europa und ging auf Tournee in Südamerika. 1941 blieb er in Brasilien, wurde dort zum Star des Chanson und der Comedy.

Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück, machte in Paris seine ersten Plattenaufnahmen und trat mit Yves Montand und Mistinguette auf. Die Begegnung mit Boris Vian stellte dann die Weichen für eine lang andauernde Songschreiber-Partnerschaft. Seine Blütezeit hatte Salvador in den 50ern und 60ern: Internationale Erfolge wie „Dans Mon Île“, „Syracuse“ und „Zorro Est Arrivé“ wurden Evergreens. Stets pendelte er zwischen witzigen und sentimentalen Chansons, die er mit seiner unvergleichlich eleganten Stimme interpretierte. Ende der 1960er avancierte er mit seiner Show „Dimanche Salvador“ auch zum TV-Star.

Einen dritten Frühling erlebte Salvador seit den späten Neunzigern: Mit dem Album „Chambre De Vue“ kehrte er in Kooperation mit den Helden des Neo-Chanson als Autoren, Benjamin Biolay und Keren Ann, nochmals zurück und feierte mit die größten Publikumstriumphe seiner langen Laufbahn. Sein Abschiedsgruß galt dann Brasilien: Mit den Gästen Caetano Veloso und Gilberto Gil hat er 2006 mit „Revérences“ nochmals in Richtung Südamerika gewunken.

 
Henri Salvador starb im Alter von 90 Jahren in Paris.