Im
Alter von 90 Jahren ist am 13. Februar der Chansonnier Henri
Salvador in Paris gestorben. Die Karriere des Sängers
aus Französisch-Guayana umfasste sage und schreibe siebeneinhalb
Jahrzehnte. Mit sechzehn trat er bereits in den Cabarets von Paris
als Gitarrist auf, kaum volljährig wurde er von Django
Reinhardt engagiert und spielte in der Gruppe des Geigers
Eddie South. Mit dem Orchester von Ray
Ventura entfloh er dem 2. Weltkrieg in Europa und ging
auf Tournee in Südamerika. 1941 blieb er in Brasilien, wurde
dort zum Star des Chanson und der Comedy.
Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück, machte in Paris
seine ersten Plattenaufnahmen und trat mit Yves Montand
und Mistinguette auf. Die Begegnung mit Boris
Vian stellte dann die Weichen für eine lang andauernde
Songschreiber-Partnerschaft. Seine Blütezeit hatte Salvador
in den 50ern und 60ern: Internationale Erfolge wie „Dans Mon
Île“, „Syracuse“ und „Zorro Est Arrivé“
wurden Evergreens. Stets pendelte er zwischen witzigen und sentimentalen
Chansons, die er mit seiner unvergleichlich eleganten Stimme interpretierte.
Ende der 1960er avancierte er mit seiner Show „Dimanche Salvador“
auch zum TV-Star.
Einen dritten Frühling erlebte Salvador seit den späten
Neunzigern: Mit dem Album „Chambre De Vue“ kehrte er
in Kooperation mit den Helden des Neo-Chanson als Autoren, Benjamin
Biolay und Keren Ann, nochmals zurück
und feierte mit die größten Publikumstriumphe seiner
langen Laufbahn. Sein Abschiedsgruß galt dann Brasilien: Mit
den Gästen Caetano Veloso und Gilberto
Gil hat er 2006 mit „Revérences“ nochmals
in Richtung Südamerika gewunken.
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