Über
aktuelle Fälle von Diskriminierung von Musikern an den Landesgrenzen
berichtet das gerade veröffentlichte Buch "Shoot the
Singer! Music censorship today". Der Report wurde soeben
von der dänischen Nicht-regierungsorganisation Freemuse (www.freemuse.org)
in London vorgestellt, die weltweit Fälle von Zensur gegen
Musikern öffentlich macht (wir berichteten). Prominenter Gast
der Veranstaltung war Thomas Mapfumo (Foto) aus Zimbabwe,
der erst kürzlich eine Tournee durch Kanada canceln musste.
Grund: Die Behörden mutmaßten, er wolle sich „als
Flüchtling abzusetzen“. Ein Interview mit Mapfumo kann
auf der Freemuse-Seite nachgelesen werden.
Ein aktueller trauriger Fall von Diskriminierung betrifft Talvin
Singh, Tablameister und enfant terrible der British Asian-Szene.
Er wurde kürzlich ein Opfer rabiater Grenzkontrolleure, wie
www.mondomix.org berichtet.
Nachdem er den 11. Mai in Paris verbrachte hatte, um mit Journalisten
über sein neues Werk „Songs from the inner world”
zu plauschen, wurde er bei den Grenzposten zum Eurostar von Zöllnern
aufgehalten, die seinen Tabla-Koffer aufrissen. Singh bot darauf
hin an, die Tablas selbst auseinander zu nehmen, wurde jedoch von
den Diensthabenden unsanft auf den Boden geschubst und mit einem
künftigem Einreiseverbot nach Frankreich bedroht. Als die „Ordnungskräfte“
seinen britischen Pass sahen, ließen sie von ihm ab. Singhs
Anwalt versucht momentan des Videos habhaft zu werden, das den Vorfall
dokumentiert.
|