Ein
Schock ging durch die südafrikanische Musikszene, als am 9.
Mai nach zweiwöchigem Koma die allseits verehrte Sängerin
Brenda Fassie im Alter von 39 Jahren starb. Geboren im Township
Langa von Kapstadt begann Fassie mit 20 ihre eigenen Texte zu schreiben
und wurde Mitglied der Formation Tiny Tots, bei der sie die
US-Sängerin Roberta Flack imitierte. Nach ihrer Übersiedlung
nach Johannesburg griff sie in ihren Liedern in scharfer Form die
Politik der Apartheid an, setzte sich für die Etablierung eines
schwarzen Präsidenten ein. Mehrere ihrer Titel wurden von der
Zensur verboten.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich Fassie, die der Beiname "schwarze
Madonna" schmückte, zu einem der wichtigsten südafrikanischen
Stars. Ihre Plattenverkäufe erreichten auch im Ausland beachtliche
Zahlen. Sowohl den südafrikanischen Grammy als auch den panafrikanischen
Kora Music Award konnte die "Königin" mit ihrem kraftvollen
Vokal-Flow einheimsen. Ihre Bisexualität provozierte die Öffentlichkeit,
Alkohol und Drogen dagegen setzten ihrer Gesundheit seit den Neunzigern
zu. An ihrem Totenbett wachten sowohl Nelson Mandela als
auch Präsident Mbeki.
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