Im
Alter von 72 Jahren ist Sir Clement “Coxsone” Dodd,
Pionier des jamaikanischen Ska und Reggae am 4.5. in seiner Heimatstadt
Kingston einem Herzleiden erlegen. Dodd galt als zentrale Figur
der jamaikanischen Musikszene, war Vorreiter der Sound Systems,
gründete das legendäre Studio One und fungierte als Mentor
Bob Marleys.
In jungen Jahren legte er im Spirituosen-Laden seiner Eltern für
die Kunden Bebop und Jazz auf, entdeckte dann als Arbeiter auf Zuckerrohrfarmen
der Südstaaten den R&B. Mit aus New Orleans und Miami importierten
Platten setzte er 1954 in Kingston sein erstes Sound System namens
“Downbeat” in Gang, stets auf der Suche nach
exklusiven US-Platten. Nach dem Verebben der R&B-Welle widmete
er sich jamaikanischen Musikern und formierte seine erste Plattenfirma
World Disc. Als einer der ersten jamaikanischen Produzenten überhaupt
gründete er 1963 schließlich sein “Studio One”-Plattenlabel
in der Brentford Road. Dort stellte sich Bob Marley noch
im gleichen Jahr mit seinen Wailers vor und erhielt einen
Plattenvertrag über fünf Jahre.
Im Laufe seiner fünf Dekaden andauernden Karriere hat Dodd
außer Marley Künstler wie Marcia Griffiths, Bob Andy,
Peter Tosh, Delroy Wilson, Paragons, Culture, Alton Ellis und
andere produziert. Man verlieh ihm viele Auszeichnungen, unter anderem
zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit Jamaikas einen Special
Award für seine Verdienste um die Musik der Insel. Die Brentford
Road, sein Wohnort und Standort seines Studios, war erst vor wenigen
Tagen in “Studio One Boulevard” umgetauft worden.
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