Neben Ravi Shankar galt er als der größte lebende Meister der Sitar, nun erlag er 76jährig in Bombay am 13. März seinem Lungenkrebsleiden. Geboren in Gouripur (heutiges Bangla Desh), erhielt er im Alter von drei Jahren den ersten Unterricht von seinem Vater Ustad Inayat Khan, ebenfalls eine große Legende der indischen Klassik. Mit acht hatte er bereits seine ersten öffentlichen Auftritte. Vilayat Khan war Traditionsbewahrer und Revolutionär zugleich. Er führte mit seinem Instrument mehrere Neuerungen durch, sowohl die Mechanik als auch Spieltechnik und Ausdruck betreffend. So gilt er als Mitbegründer und bedeutendster Vertreter des gayaki-ang, einer Spielweise, die durch Ausschöpfung der Glissandi die menschliche Stimme auf den Sitarsaiten möglichst getreu nachbilden will. Viele indische Musiker haben diese Innovation aufgegriffen. Vilayat Khan wurde über sein Sitarspiel hinaus auch für seine Vokalqualitäten gerühmt. Bekannt wurde er außerdem durch den Soundtrack zu den zwei Filmen The Music Room und The Guru. In den letzten Jahren residierte der unermüdlich weltweit tourende Sitarmaestro abwechselnd in Indien und New York. Etliche herausragende Werke unter seinen Einspielungen sind über Navras Records verfügbar. (www.navrasrecords.com)
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