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Hiplife, das ist das vorerst letzte Kapitel der Highlife-Geschichte und bis vor kurzem kein besonders glanzvolles. Kreiert von Reggie Rockstone Mitte der 90er als Fusion von HipHop und Highlife, war Hiplife musikalisch zumeist eine Kopie US-amerikanischer Vorbilder mit Rap-Texten in ghanaischen Sprachen wie Twi oder Ewe. Das jugendliche Publikum hielt Highlife für hoffnungslos veraltet und wollte nur noch Technik auf der Bühne sehen, keine Leute, die sich an Instrumenten abarbeiten. Erst kürzlich begannen einige Hiplifer, mit Highlife-Musikern aufzutreten anstatt nur mit einem DJ. Und der Hiplife-Star Obour produzierte vor ein paar Monaten mit dem Highlife-Veteranen A.B. Crentsil das Album „BEST OF THE LIFES: Highlife Meets Hiplife“, das beide Stile auf einigermaßen überzeugende Weise verschmilzt. Mittlerweile beschäftigen sich mehr und mehr junge Leute wieder mit Highlife und traditioneller Musik, nicht zuletzt wegen der steigenden Touristenzahlen: Musikworkshops für Ausländer sind eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.
Was wird sich in Ghanas Musikszene in den nächsten Jahren tun? Prof. John Collins hat im Wesentlichen zwei Entwicklungen ausgemacht: „Die massive Präsenz von Gospelmusik wird die Stellung der Frauen als Sängerinnen stärken. Die an ihrem Instrument erkennbaren ‚Guitar Boys‘ hatten früher ein denkbar schlechtes Image, und für ein Mädchen war es praktisch tabu, Tanzmusik zu machen. Aber wer kann es jungen Frauen schon verbieten, in Kirchen-Ensembles zu singen und mit ihnen dann auch ins Studio zu gehen? Und zweitens wird der Einfluss der südlichen Küstengebiete, die jahrzehntelang im wahrsten Sinne des Wortes den Ton angaben, zurückgehen. Schon heute kommen viele Innovationen von Musikern aus den islamisch geprägten Nordregionen, und dieser Trend wird sich fortsetzen.“ Bleibt zu hoffen, dass mehr davon als bisher den Weg auf den europäischen Musikmarkt finden wird.
Text & Foto: Wolfgang König
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