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Die Aufgabe des
Silversurfers, dieses Superhelden aus den Marvel Comics, ist es,
im Universum herumzusurfen, bis die Menschheit von allem Bösen
befreit sein wird, erklärt Johan Zachrisson. Diese
Figur ist ein Freigeist, er kann 'dubby things’ tun, und deshalb
habe ich mir 1978 diesen Namen als Pseudonym zugelegt, mit 'z’
freilich, um nicht das Copyright zu verletzen. Der 50jährige
Schwede ist wahrscheinlich einer der letzten aufrechten Hippies
des Musikbiz.
Aufgewachsen mit Space- und Krautrock, aber auch mit tiefen Wurzeln
in der Melancholie der schwedischen Folkmusik, wendet er sich Ende
der Siebziger von bekiffter Psychedelia ab und lässt mit der
legendären Band Dag Vag den extrem tanzbaren
„transkontinentalen Rockreggae“ auf
das schwedische Publikum hernieder prasseln. Gleichzeitig wird er
zum Offbeat-Aficionado, erlebt legendäre Marley-Konzerte in
Stockholm, jamt mit Ijahman Levi. Mit Frau und
drei Kindern siedelt er – aufgestört durch die radioaktiven
Winde der Tschernobyl-Katastrophe – schließlich über
nach Portugal, erkundet von dort aus die Welt, mit den Präferenzzielen
Marokko und Indien.
„Schweden war mir zu strukturiert und reguliert, doch irgendwann
kam ich dann doch wieder zurück. Immerhin gibt es in Stockholm
mittlerweile eine kleine Weltmusik-Szene, die sich allerdings nur
schwer gegenüber dem immensen Folk-Markt behaupten kann. Das
Zentrum dieser Bewegung ist das Rub-a-Dub-Studio,
wo sowohl Latin-Musiker ais auch die jamaikanische Posse abhängt.“
„West-Eastern Impressions“ (Lola’s World/Soulfood)
ist Zilverzurfs neuer Ritt durch den Raum, eine Bündelung seiner
Stockholmer Umtriebe sowie seiner weltweiten Kontakte.
Ursprünglich als reines Rai-Album geplant, uferte das Werk
von den arabischen Farben zu einem globalen Kompendium aus. Der
in Stockholm aufgewachsene Ghanaer Papa Dee toastet,
schwedische Exilmusikanten wie Desmond Foster oder
die Brasilianerin Simone Moreno und der alte Compagnon
Sammy Kasule aus Uganda haben Vokalparts übernommen.
Daneben aber gibt es Färbungen aus Johans zweiter Heimat mit
einer portugiesischen Cumbia, heimlicher Hit des Werks ist ein hitziger
Bhangra mit Rockstars aus Neu Delhi, die zufällig in der nordischen
Kapitale gestrandet waren. Als Basis der Tracks swingt der Beat
öfters, aber nicht zwingend im Off.
“Ich sehe mich nicht als Reggae Artist und auch nicht als
Weltmusiker“, fasst Zachrisson zusammen, der unter seinem
braven bürgerlichen Namen auch für Mankell-Verfilmungen
Soundtracks schreibt. „Eher als das, was der Schwede unter
‚Spelman’ versteht. Mein Traum wäre eine Gesellschaft
wie in Mali, wo der Griot dem Volk seine Geschichte nahebringt und
dafür eine Bleibe und Nahrung erhält. Aber das ist sicherlich
eine naive Vision, oder?“
Text: Stefan Franzen
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