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Wie schon auf den Vorgängeralben, dem Debüt Bartzeloona (2001) und Potiner (2003), erklimmt man in den mal sozialpolitisch expliziten, mal intimeren Liedtexten auch diesmal wieder den Babylonischen Turm. Angesichts des mittlerweile internationalen Aktionsradius der Band erstaunt auf Plou Plom jedoch die deutliche Tendenz zum Katalanischen. Einen Ausflug ins Baskische unternimmt Koulouli - ein sprachlich wie stilistisch von Fermín Muguruza angeheizter Reggae, der über die subtilen Kriegsmechanismen dieser Welt sinniert.
Bruder Iñigo Muguruza, einst Kopf der legendären Band Joxe Ripiau sowie aktuell von Sagarroi, griff den Barcelonaer Freunden zum wiederholten Mal als Produzent unter die Arme. Dieser baskisch-katalanische Schulterschluss im Mare Nostrum hat eine längere, mittlerweile weitverzweigte Geschichte, die mit gemeinsamen Konzerten von Cheb Balowski und Joxe Ripiau auf deren Abschiedstour vor vier Jahren begann. Seit einem gemeinsamen musikalischen Erkundungstrip nach Algerien sind mittlerweile auch Yacine und Fermín dicke Freunde.
Eine Freundin aus Madrid wiederum, die Sängerin und Rapperin Minsa von Desechos (ehemals Hechos Contra El Decoro), setzte in Guerras De Papiroflexia ihre Marke. Das vorletzte und einzige Stück der Platte mit HipHop-Anleihen lässt mit seinen Flamenco-Echos ein wenig an den Sound von Ojos de Brujo denken. Doch das bekümmert Marc Llobera genauso wenig wie das in vielen Songs deutlich hörbare Bekenntnis zu den großen Idolen Orchestre National de Barbès oder Gnawa Diffusion. Auch macht der Bassist aus seinem Herzen keine Mördergrube, wenn es um die etwas hilflosen musikalischen Kategorisierungen wie Mestizo- oder Barcelona-Sound für Bands wie Cheb Balowski geht:
Wir hatten das Glück oder das Pech, uns gerade hier in Barcelona, in diesem Moment zusammenzufinden. Und dass wir auf allen möglichen Compilations der letzten Zeit erscheinen, ist aus meiner Sicht super! Wir machen Rumba, harten Rock&Roll, Balkan- und arabische Musik - ich nenne das gerne Fusion. Soll doch jeder die Musik machen, die ihm gefällt. Der sogenannte Sonido Barcelona, das sind für mich vielmehr die Scheiß-Autos, die den vielen Krach hier machen...
Text: Katrin Wilke
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